Die Burn Rate ist das Tempo, mit dem dein Unternehmen Geld ausgibt, meist je Monat gemessen. Die Netto-Burn-Rate zieht die Einzahlungen von den Auszahlungen ab. Die Brutto-Burn-Rate zählt nur, was abfließt. Investoren und Kreditgeber fragen nach der Netto-Burn-Rate, denn sie bestimmt deinen Runway.
Ein Beispiel. Ein Startup mit 40.000 Euro Abfluss und 15.000 Euro Zufluss verbrennt netto 25.000 Euro im Monat.
Du verfolgst die Burn Rate monatlich, weil sie dir sagt, wie schnell dein Geldpolster schrumpft. Nimm deinen Kontostand am Monatsanfang und am Monatsende. Die Differenz ist deine Netto-Burn-Rate. Mach das über drei Monate und nimm den Durchschnitt, denn einzelne Monate werden durch Jahreszahlungen wie Versicherungen oder eine Steuerforderung verzerrt.
Hier ein durchgerechnetes Beispiel. Im März zahlst du 12.000 Euro Gehälter, 3.000 Euro Miete, 6.000 Euro für Anzeigen und 4.000 Euro an Lieferanten. Das sind 25.000 Euro Brutto-Burn. Du nimmst 9.000 Euro von Kunden ein. Der Netto-Burn beträgt 16.000 Euro. Sahen Januar und Februar ähnlich aus, plane mit rund 16.000 Euro im Monat.
Zwei Fehler kommen immer wieder vor. Der erste ist, die Burn Rate mit dem Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung zu verwechseln. Das sind verschiedene Zahlen. Ein Kunde, der dir 10.000 Euro schuldet, zählt in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatz, senkt deinen Burn aber erst, wenn das Geld auf dem Konto ist.
Der zweite ist, den Burn als fest zu betrachten. Der Burn bewegt sich mit deinen Entscheidungen. Eine Neueinstellung mit 3.500 Euro brutto kostet das Unternehmen mit Arbeitgeberanteilen rund 4.400 Euro im Monat, und dein Burn steigt vom ersten Tag an um genau diesen Betrag.
Manche Gründer melden nur den Brutto-Burn, um diszipliniert zu wirken, und vergessen dann, dass eine große Jahreszahlung ansteht. Führe die jährlichen und vierteljährlichen Zahlungen getrennt auf und verteile sie auf zwölf Monate, damit deine Burn-Zahl dich nicht in die Irre führt.
