Betriebskosten, oft OPEX genannt, sind die Kosten für den Betrieb deines Unternehmens, die nicht an die Herstellung eines einzelnen Stücks gebunden sind. Miete, Gehälter, Softwareabos, Versicherung und Marketing gehören hierher. Sie bleiben ungefähr gleich, ob du in einem Monat 100 oder 500 Stück verkaufst.
OPEX sind die Grundkosten dafür, die Türen offen zu halten. Sie legen außerdem deinen Break-even-Point fest, denn der Rohertrag muss sie decken, bevor du etwas verdienst.
Durchgerechnetes Beispiel. Eine Agentur mit drei Personen zahlt 1.800 Euro Miete, 14.500 Euro Gehälter samt Arbeitgeberanteilen, 600 Euro für Software, 400 Euro für die Buchhaltung und 2.700 Euro für Marketing. Die monatlichen OPEX betragen 20.000 Euro. Bei einer Bruttomarge von 55 Prozent muss die Agentur 36.364 Euro im Monat in Rechnung stellen, nur um sie zu decken.
Gründer unterschätzen OPEX auf zwei Arten. Die erste ist, die Arbeitgeberkosten zu vergessen. Ein Bruttogehalt von 3.500 Euro kostet das Unternehmen in vielen europäischen Ländern rund 4.400 Euro im Monat, sobald Sozialabgaben dazukommen. Plane die vollen Arbeitgeberkosten ein, nicht das Bruttogehalt. Die zweite ist der lange Schwanz kleiner Abos. Zehn Werkzeuge zu je 30 bis 90 Euro summieren sich auf mehrere hundert Euro im Monat und tauchen in einem ersten Entwurf selten auf.
Der andere häufige Fehler ist, jede Betriebskostenposition fix zu nennen. OPEX sind kurzfristig fix, nicht für immer. Du kannst Software kündigen, Werbeausgaben senken oder die Miete neu verhandeln. Teile deine OPEX in zwei Spalten: was du auch bei null Umsatz nächsten Monat zahlen musst, und was du binnen 30 Tagen stoppen könntest. Die erste Spalte ist die Zahl, die bestimmt, wie viel Runway du wirklich brauchst.
Im Finanzplan, den Foundor erzeugt, bilden die Betriebskosten einen eigenen Block, getrennt von den Herstellkosten.
