Opportunitätskosten sind der Wert der besten Möglichkeit, die du aufgibst, wenn du dich für etwas anderes entscheidest. Jeder Euro und jede Stunde lässt sich nur einmal verwenden. Die Kosten einer Entscheidung sind nicht nur, was du zahlst, sondern was du mit denselben Mitteln stattdessen hättest verdienen oder erreichen können.
Der klarste Fall ist deine eigene Zeit. Sagen wir, du verlässt eine Stelle mit 55.000 € im Jahr, um ein Unternehmen zu gründen. Im ersten Jahr entnimmst du 18.000 €. Deine Opportunitätskosten betragen 37.000 €, und das ist echtes Geld, auch wenn keine Rechnung es zeigt. Erzielt das Geschäft im ersten Jahr 25.000 € Gewinn, liegst du immer noch 12.000 € hinter dem, wo du gewesen wärst. Das macht die Entscheidung nicht falsch. Es macht den Vergleich ehrlich.
Dieselbe Logik gilt für Kapital. 30.000 €, die in einen Lieferwagen fließen, sind 30.000 €, die nicht ins Marketing fließen und nicht als Sicherheitspolster auf der Bank liegen. Frag, was die zweitbeste Verwendung gebracht hätte, bevor du dich festlegst.
Zwei Fehler sind häufig. Erstens zählen Gründer nur Geldabflüsse und behandeln ihre eigenen unbezahlten Stunden als kostenlos. Ein Wochenende, an dem du deine eigene Website baust, ist nicht kostenlos. Es sind 16 Stunden, die du nicht mit Verkaufen verbracht hast. Verlangt eine Gestalterin 1.200 € und hätten diese 16 Stunden 2.000 € Umsatz bringen können, stehst du mit der Beauftragung 800 € besser da.
Zweitens vermischen sie Opportunitätskosten mit versunkenen Kosten. Bereits ausgegebenes Geld ist weg und sollte die nächste Entscheidung nicht prägen. Opportunitätskosten drehen sich immer um die Möglichkeiten, die noch vor dir liegen.
