Time to Market ist die Zeit zwischen dem Arbeitsbeginn an einem Produkt und dem Moment, in dem Kunden es tatsächlich kaufen können. Du misst sie in Wochen oder Monaten. Eine kürzere Zeit bedeutet früheren Umsatz, früheres Feedback und weniger ausgegebenes Geld, bevor du weißt, ob Menschen das Produkt wollen.
Lege Anfang und Ende fest, bevor du misst. Eine übliche Definition: Die Messung beginnt, wenn du Budget oder Vollzeitarbeit für das Produkt zusagst, und endet an dem Tag, an dem der erste zahlende Kunde einen Kauf abschließen kann. Nimm jedes Mal dieselbe Definition, sonst kannst du zwei Vorhaben nicht vergleichen.
Ein Beispiel. Dein Unternehmen gibt 8.000 im Monat aus. Plan A startet nach 9 Monaten mit allen geplanten Funktionen, du gibst also 72.000 aus, bevor der erste Verkauf kommt. Plan B startet nach 5 Monaten mit einer Kernfunktion und Handarbeit im Hintergrund, du gibst also 40.000 aus. Plan B spart 32.000 und gibt dir vier zusätzliche Monate Kundenfeedback. Zeigt dieses Feedback, dass das Produkt eine andere Form braucht, hast du es nach 40.000 herausgefunden statt nach 72.000.
Wege, den Zeitplan zu verkürzen: den Umfang der ersten Fassung reduzieren, Standardbausteine nutzen statt selbst zu bauen, zuerst an eine kleine Gruppe verkaufen und Freigabeschritte streichen, die Tage kosten, ohne Erkenntnis zu bringen.
Zwei Missverständnisse. Das erste ist, Tempo zum einzigen Ziel zu machen und etwas zu veröffentlichen, das Vertrauen beschädigt. Eine kurze Time to Market hilft nur, wenn die veröffentlichte Fassung ein Problem ordentlich löst. Das zweite ist anzunehmen, jede Branche lasse sich zusammendrücken. Braucht dein Produkt eine Zertifizierung, klinische Prüfungen oder eine behördliche Zulassung, wird ein Teil deines Zeitplans von außen gesetzt. Plane diese Wochen ausdrücklich ein, statt zu hoffen, dass sie schrumpfen, und beginne den Papierkram parallel zur Entwicklung.
