Die Entwicklungsstufe beschreibt, wie weit dein Geschäft gekommen ist, von einer ungeprüften Idee bis zu einem Produkt mit zahlenden Kunden. Übliche Bezeichnungen sind Idee, MVP und gestartet. Die Stufe setzt realistische Erwartungen: welche Zahlen du belegen kannst, welche noch Annahmen sind und welche Art von Finanzierung oder Partner jetzt zu dir passt.
Drei Bezeichnungen decken die meisten Fälle ab. Idee heißt, das Konzept existiert und vielleicht eine Landingpage, aber niemand hat etwas benutzt. MVP heißt, eine erste lauffähige Fassung existiert und echte Nutzer können sie ausprobieren, oft mit Handarbeit dahinter. Gestartet heißt, das Produkt ist öffentlich verfügbar und Kunden zahlen dafür.
Deine Stufe entscheidet, was deine Zahlen bedeuten. Auf der Ideenstufe ist jede Zahl in deinem Finanzplan eine Annahme, und du solltest sie als solche kennzeichnen: Wir nehmen an, dass 2 Prozent der Besucher einen Test starten. Auf der Startstufe kannst du rechnen statt annehmen. Mit 40 zahlenden Kunden zu je 29 im Monat beträgt dein wiederkehrender Umsatz 1.160 im Monat. Kündigen 2 Kunden im Monat, liegt dein monatlicher Churn bei 5 Prozent, und du kannst aus gemessenem Verhalten fortschreiben statt aus Hoffnung.
Ein Businessplan-Generator fragt am Anfang meist nach deiner Stufe, weil dieselbe Planstruktur für eine Idee anders gefüllt werden muss als für ein Unternehmen mit Umsatz. Ein Kreditgeber, der einen Plan der Startstufe liest, erwartet Kontoauszüge. Wer einen Plan der Ideenstufe liest, erwartet klare Annahmen mit Quellen.
Der häufige Fehler ist, die Stufe aufzublasen. Eine Warteliste ist kein MVP. Eine Landingpage mit einem demnächst-Knopf ist kein MVP. Ein MVP ist etwas, das eine Person nutzen kann, um ein Ergebnis zu erzielen. Zu hoch zu greifen kostet dich im ersten Gespräch Glaubwürdigkeit, denn die erste Frage lautet meist, wie viele Nutzer du hast und was sie mit dem Produkt tun. Zu tief zu greifen kostet dich nichts, sei also genau.
